Wichtig: Schizophrenie bedeutet NICHT PErsönlochke

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Hallo Leute,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Vorweg: Auf diesem Blog wird es künftig Tagebucheinträge, teilweise in Kombination mit Poesie, geben. Alles basiert auf autobiographischem Grund. 
 

(Wichitge Info: Ich bin im Moment sehr gut auf Medikamente eingestellt und bin relativ stabil, weshalb ich mich auch so gut (schriftlich) ausdrücken kann. Im Moment. Ich weiß nicht, wie es Morgen oder nächste Woche ist. Es wird wahrscheinlich nicht jeden Tag ein Eintrag kommen, sondern nur dann, wenn ich auch dazu in der Lage bin! Obendrein ist es gut, wenn ich beschäftigt bin, wie jetzt z.B. mit der Website/dem Blog. Das hilft mir persönlich auch dabei, stabil zu bleiben oder mich zumindest, im Falle eines Falles, irgendwie vor einem "Absturz" zu retten. Es klappt nicht immer, aber manchmal. Dank Beschäftigung komme ich nicht so ins Grübeln, was widerum dumme Gedanken auslösen könnte usw.)

 

Mein Name ist Katha und ich bin 17 Jahre alt. Als ich 14 war, bekam ich die Diagnose "Schizoaffekitve Störung" Schweregrad: Mittelschwer (Definition/Beschreibung findet ihr in meinem 2. Eintrag) vom Kinder- und Jugendpsychiater gestellt. Ich war für diese Diagnostikphase mehrere Wochen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo ich dann verschiedenen Tests und Untersuchungen unterzogen wurde. Zum Klinikaufenthalt kam es aber ursprünglich dadurch, dass ich mich bizarr verhielt und, offensichtlich, psychotisch war. Es war meine allererste Psychose und der Auftakt meiner Erkrankung. Natürlich war ich auch schon eine Weile vorher, gewissermaßen, krank. Nur, waren das die Vorwarnzeichen. Einzelne Symptome über ein paar Jahre hinweg, die keinesfalls auf eine Krankheit schließen ließen. Leider ist es bei solchen Krankheiten oft der Fall, dass vereinzelte Symptome und Warnzeichen schon Jahrelang vor dem eigentlichen Ausbruch der entsprechenden Erkrankung auftreten. Aber nicht immer. Es gibt auch plötzliche Veränderungen. 

 

Ich habe mir sehr lange den Kopf darüber zermartert, ob ich diesen Blog nun angehen soll, oder eben nicht. Letztendlich habe ich mich, wie ihr hier sehen könnt, dazu entschieden, dieses Wagnis einzugehen. Was habe ich schon zu verlieren?! Viel eher gewinne ich etwas. Es ist anonym und ich kann meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf lassen. Ich kann Menschen erreichen, die sich mit der Marterie, die Hauptbestandteil meiner Einträge sein wird, wenig bis gar nicht auskennen. 

 

Ich habe auch die Chance, mit diesen Einträgen Vorurteile aus dem Weg zu schaffen. Denn in Sachen Stigma und Vorurteile sind Krankheiten aus diesem Bereich bzw. dieser Art definitiv Vorreiter. Leider, und völlig zu Unrecht. Sehr viele dieser Vorurteile sind einfach nur falsch. Einseitig sind sie sowieso, die meisten dieser Annahmen. 
 

Menschen mit Schizophrenie, Bipolarer Störung, Schizoaffektiver Störung etc. (generell psychisch Erkrankte, ob schwer oder leicht) sind NICHT zwangsläufig komplett durchgeknallt und gefährlich. Das haben Hollywood und Co. einfach derbe versaut. Durch die Medien wurde bisher meistens nur so ein Shit verbreitet. Natürlich gibt es die harten Fälle, die durchgehend in der Ecke sitzen und Selbstgespräche führen, die Gedanken an Mord und Totschlag haben usw. ABER das sind die WORST CASES. Nicht der Regelfall. Sie machen lediglich einen kleinen Teil aus. Auch im Rest der Bevölkerung gibt es diese Menschen, die gefährlich sind. Statistisch gesehen sind, beispielsweise, Schizophrene NICHT gefährlicher oder mehr zu fürchten, als der Rest der Gesellschaft. Es gibt unter ihnen nicht mehr Gewalttaten oder Straftaten als im Rest der Bevölkerung. Das soll mal gesagt sein, an dieser Stelle. Es gibt viele Menschen, die eine schwerwiegende psychiatrische Diagnose mit sich herumtragen, es aber trotzdem schaffen, arbeiten zu gehen und sich um Familie zu kümmern. Trotz der Einschränkungen. Es ist alles eine Frage des Umgangs mit der eigenen Erkrankung, evtl. der richtigen Medikation und des Schweregrades bzw. der momentanen Ausprägung der Symptome. Was ja auch oft variiert. Es gibt die, die funktionieren können, wenn auch eingeschränkt. Auf der anderen Seite gibt es eben auch leider die, die so schwer erkrankt sind, dass sich das mit dem Funktionieren schon schwieriger gestaltet. Um es vorsichtig auszudrücken.
 

Wir sollten keine Aussetzigen sein. Sind es aber, aus Sicht der Gesellschaft. Ich bin krank, aber ich besuche immer noch das Gymnasium. Sicher, meine Noten sind schlechter geworden. Aber ich bin lediglich von einem 1,2 er- Schnitt auf einen 3,0 er- Schnitt gerutscht. Meine Güte. Dann ist es halt so. Aber es reicht noch, um nicht die Schulform wechseln zu müssen. Was ich mir hart erkämpfen musste. Darauf bin ich stolz. Das schafft nicht jeder mit dieser Erkrankung. Ich hatte aber auch Glück, dass ich vorher eine so gute Schülerin war. So hatte ich Luft nach unten und es war nicht so tragisch, dass der Schnitt schlechter wurde. Das läuft bei vielen Erkrankten leider anders. Auch, wenn ich 2 Mal wiederholen musste, wegen Klinikaufenthalten usw., habe ich es geschafft, auf dem Gymnasium zu bleiben. Was aber nicht heißt, dass ich nicht unter dem Ganzen leide. Es gibt Tage, und die sind nicht gerade selten, an denen ich nicht in der Lage bin, in die Schule zu gehen. An denen ich unter Umständen nicht einmal in der Lage bin, die einfachsten Dinge zu tun, wie z.B. duschen. Weil mein Gehirn den Ablauf des Duschens einfach nicht abrufen kann. Manchmal brauche ich dann Anleitung von meiner Mutter, die dann im Bad steht und mir sagt, welcher Schritt als nächstes kommt. Das hängt von meiner Tagesform und von der Ausprägung meiner Symptome ab. Was wiederum oft vom Stresspegel abhängt. Es gibt aber auch Tage, da habe ich so gut wie garkeine Symptome und man könnte meinen, ich wäre gesund. 
 

...
 

Im zweiten Eintrag hier geht es weiter mit Definition und Erklärungen zu meiner Erkrankung.

 

Fachbegriff

 

 

 

 


 

"Schizoaffektive Störung" oder Erkrankung besagt, dass sich hier zwei bzw. gar drei verschiedene Krankheiten und damit drei völlig unterschiedliche Beschwerdebilder in einem einzigen Leiden vereinen. Das sind zum einen Krankheitszeichen der schizophrenen Psychose (z. B. Halluzinationen und Wahn), zum anderen affektive, also Gemütsstörungen. Und die setzen sich zusammen aus Depressionen und manischen Hochstimmungen. Daher der Begriff der schizo(= schizophrenen) - affektiven (= Gemümtsstörungen wie Depression und Manie) Erkrankung, Störung oder Psychose.


In meinem Fall ist es eine Kombination aus "Schizophrenie" -->

und "Bipolare Störung" --> 

 

 

Definition 

 

Bei einem Leiden, das aus zwei bzw. drei verschiedenen Störungen besteht und das seit über hundert Jahren die Psychiatrie schon mehrfach in Erklärungsnot brachte, kann man sich vorstellen, dass eine einzige Definition kaum möglich ist - bis heute. Bei den derzeit tonangebenden internationalen Organisationen und damit Klassifikationen heißt es:


 

· Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt in ihrer Internationalen Klassifikation psychischer Störungen - ICD-10 eine schizoaffektive Störung an, wenn sowohl eindeutig schizophrene als auch eindeutig affektive Symptome gleichzeitig oder nur durch wenige Tage getrennt und während der gleichen Krankheitsepisode vorhanden sind.


 

· Die Amerikanische Psychiatrische Vereinigung (APA) diagnostiziert in ihrem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen - DSM-IV eine schizoaffektive Erkrankung dann, wenn in einer ununterbrochenen Krankheitsperiode eine depressive Krankheitsepisode, eine manische Krankheitsepisode oder eine gemischte bipolare Krankheitsepisode (d. h. manische und depressive Phasen) zusammen mit schizophrenen Symptomen vorhanden sind.

 

Im Alltag von Klinik und Praxis hat sich ein brauchbarer Kompromiss entwickelt, der besagt:

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Bei einer schizoaffektiven Erkrankung handelt es sich um Störungen, die gleichzeitig ein schizophrenes sowie ein depressiv-herabgestimmtes bzw. manisch-hochgestimmtes Krankheitsbild aufweisen. Das kann eines nach dem anderen auftreten, das kann aber auch gemeinsam sein. Das heißt schizophren und manisch- depressives (bipolares)

Beschwerdebild zusammen.

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("Manisch- depressiv" ist ein eher veralteter Begriff. Heute wird es eher "Bipolar" genannt!)


 

 

 
 

Ganz wichtig: Schizophrenie bedeutet NICHT "Persönlichkeitsspaltung". Das wohl hartnäckigste Vourteil. Und völlig daneben! Entspricht nicht mal annähernd dem Krankheitsbild!!!